Brust-OP auf Ratenzahlung bis zur Jubiläums-Wiesn:

Holz vor der Hütt’n im Sonderangebot

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Zur Wiesn wollen viele mehr Holz vor der Hüttn.

München - Zwei Monate noch bis zur Jubiläums-Wiesn. Langsam wird’s Zeit, sich ein neues Dirndl zuzulegen. Oder ein paar neue Brüste? Kein Witz:

Die Münchner Residenzklinik wirbt jetzt mit folgendem Spruch: „Holz vor der Hüttn – Brustvergrößerung pünktlich zur Wiesn.“ Zwei Brüste gibt’s zum Sonderpreis in zwei Ratenzahlungen à 1900 Euro.

Die Begründung der selbst ernannten „Stop-Aging“-Klinik im noblen Bazargebäude der Residenz am Hofgarten: „Wir wollen Schönheitschirurgie allen zugänglich machen“, so Sprecherin Natascha Pex. „Wenn man im Dirndl kein Holz vor der Hüttn hat, kann das sehr belastend sein. Mit uns können die Münchnerinnen wieder selbstbewusster auftreten.“ Art, Größe und Form des Implantats kann der Kunde freilich wählen. Aber fackeln sollte er nicht lange: Damit zum Anstich alles einwandfrei steht, muss die OP mindestens vier Wochen vorher über die Bühne gehen.

Man habe sich gedacht, dieses „Wiesn-Accessoire der besonderen Art“ auf humorvolle Art und Weise anzupreisen – schließlich sei man ja eine junge und moderne Klinik. Andere Ärzte finden diese Aktion keineswegs zum Lachen. „Solche Ärzte drehen den normale Weg um: Für gewöhnlich hat der Patient ein Bedürfnis und sucht einen Arzt auf“, sagt etwa der Plastische Chirurg Prof. Axel Mario Feller. „Mit solchen Aktionen zu Dumping-Preisen weckt man erst Bedürfnisse. Das hat nichts mit dem ärztlichen Auftrag zu tun. Solche Kollegen tragen dazu bei, dass das Berufsbild der Plastischen Chirurgen einen schlechteren Ruf hat als er es verdient.“ Und Gero Winkelmannn, Chef des Kreises Katholischer Ärzte in München, gesteht den Kollegen zwar einen „schlauen Marketing-Gag“ zu. Er neide den Kollegen auch nicht das Geld, das sie damit verdienten. Aber er warnt: „Das erinnert mich an Marktschreierei: Am Ende kauft der Kunde Sachen, von denen er vorher nicht wusste, dass er sie braucht.“

Mit solch einer Kritik muss die Residenzklinik gerechnet haben. Sie ist bekannt für „innovative und moderne Leistungen“, wie sie selbst schreibt – die für Empörung sorgen. Seit Oktober 2009 wirbt die Privatklinik auch mit einer „Botox Flatrate“: Je nach Anzahl der Problemzonen zahlen die Damen oder Herren ein Jahr lang zwischen 39 und 99 Euro und können dann so oft kommen, wie sie wollen, um sich das Nervengift spritzen zu lassen. Klinik-Sprecherin Pex: „Wir wollen nicht, dass eine solche Behandlung ein Privileg der Superreichen ist.“ Die Ärzteverbände sehen darin eine große Gefahr: Solch ein Angebot kann süchtig machen, nach einer nicht ganz ungefährlichen Behandlung! Beim sogenannten „Mommy Refresh“-Angebot kann sich die „zeitgemäße Mami“ in der Residenzklinik durch Ankreuzen zwei beziehungsweise drei Operationen nach Wahl aussuchen, diese werden dann in einem Aufwasch auf dem Operationstisch erledigt. Die Frau zahlt dann sechs Jahre lang monatlich 143 oder 179 Euro. Sprecherin Natascha Pex: „Das kann man auch vom Kinder- oder Haushaltsgeld abzwacken.“

N. Bautz/ T. Wolff /C. Schmelzer

Schönheit hat ihren Preis

Immer häufiger locken Kliniken im In- und Ausland mit Schönheitsoperationen zum Billigtarif. Prof. Axel Mario Feller, Münchner Plastischer Chirurg, warnt: „In diesem Bereich gibt es viel Wildwuchs.“ Er gibt einen Überblick über die Kosten einer seriösen OP, die gängigen Methoden und die möglichen Risiken.

Fettabsaugung: Kosten: ab 3 000 Euro; Methoden: Unterspritzung des Fettgewebes mit Kochsalzlösung; Absaugen über Kanülen. Mögliche Risiken: Infektionen, ausgedehnte Blutergüsse, Haut-Unebenheiten.

Brustvergrößerung: Kosten: inklusive Implantate ab 4 500 Euro; Methoden: Hautschnitt entweder in Brustumschlagsfalte oder durch die Brustwarze oder in der Achselhöhle; Einsetzen des Implantats entweder hinter der Brustdrüse oder den großen Brustmuskel. Mögliche Risiken: Überempfindlichkeit oder Taubheit der Brustwarzen, Infektion in der Implantattasche, Kapselfibrose (Verhärten des Implantats durch Verkapselung des Bindegewebes um den Fremdkörper).

Unterspritzung von Falten und Lippen: Kosten: Botox ab 250 Euro, Hyaluronsäure ab 160 Euro, Eigenfett ab 1 200 Euro; Methoden: Lahmlegen der für Krähenfüße und Zornesfalten verantwortlichen Muskeln; Lipofilling: Spritzung von Eigenfett aus einer Absaugung. Mögliche Risiken: Bei Schwangeren Übertragung von Botox auf das Ungeborenen-Blut; Gesichts-Asymmetrien.

Gesichts-/ Stirn-Lifting: Kosten: ab 6 000 Euro; Methoden: Lösung der Haut von Fettgewebe und Muskulatur; Straffung tiefer liegender Schichten nach oben; danach Entfernung überschüssiger, abgesunkener Haut- und Fettgewebsschichten. Mögliche Risiken: Bei Stirn-Lift diskrete Asymmetrie der Augenbrauen; Verletzung der Nerven, die die mimische Muskulatur kontrollieren.

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